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Anekdoten - Das Gespenst

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"Anekdoten und Geschichten aus Palmbach" (5)

Das Gespenst - Die Jugendstreiche des Walter Reinhard Tron

Nach einem gelungenen Streich traf man sich wieder mal im Gasthaus ,,Zum Lamm". Um der drohenden Polizeistunde zu entgehen, setzte man sich vorsichtshalber gleich in's Nebenzimmer.

Schon brach die Morgendämmerung

herein und man hatte ziemlich stark dem Alkohol zugesprochen. Vor dem Nachhausegehen wollte jeder dem andern nach einen kleinen Streich spielen, weil jeder dachte, er sei der einzige, der noch etwas nüchtern sei. Wieder einmal hatte Walter eine gute Idee. Er machte seine Hände rußig und streichelte die andern über das Gesicht, was natürlich eine große Heiterkeit hervorrief. Die andern aber taten natürlich auch dasselbe mit Walter, ohne dass er es in seinem "Tran" noch merkte. Jeder lachte also über den anderen, in dem Bewusstsein, er sei der Helle.

 

Ohne Schuhe und Kittel, nur mit Hemd und Hose bekleidet, machte sich Walter bei Tagesanbruch auf den Heimweg und legte sich so ins Bett. Doch die Sonne bringt es an den Tag. Gegen Mittag kam eine Frau (die Schwobenluise) ahnungslos in das Zimmer des selig Schlafenden, um ihre reparierten Schuhe zu holen. Als sie jedoch den Schläfer mit weißem Hemd und schwarzem Gesicht im Bett liegen sah, stieß sie einen furchtbaren Schrei aus. Einer Ohnmacht nahe brüllte sie: "Jesus, Maria und Josef! Christine, komm ruff! In dem Walter sein Bett liegt entweder ein Gespenst oder ein Neger!" --- Von diesem Schreien erwachte auch Walter und sagte schlaftrunken: ,,Luis, schrei doch nicht so! Kennst Du mich denn nicht? Ich bin's doch, der Walter - Dort nimm Dei Schuh mit und sag bloß niemand etwas!" Wenn alle Frauen schweigen könnten, dann wäre die wohl schönste Episode von Walter vielleicht nie an's Tageslicht gekommen.


Diese Geschichten sind entnommen aus der Denkschrift "Vom Schumacher zum Fabrikant" zum 60. Geburtstag des Palmbacher Ehrenbürgers Walter Reinhard Tron. Sie ereigneten sich in Palmbach in den Jahren ca. 1920 - 1925

 

 

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