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Gedenken an die Toten der Weltkriege

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Gefallene Palmbacher Bürger

Zum Gedenken an die Toten der Weltkriege


Wir gedenken unseren Toten der beiden Weltkriege

Gefallenendenkmal Palmbach

Der erste Weltkrieg

Mehr als 40 Jahre waren seit der Gründung des Bismarck-Reiches vergangen. Da brach im Sommer 1914 für alle völlig überraschend der 1. Weltkrieg aus. Zwei Generationen kannten den Krieg nur vom Hörensagen. Anders als 1870 griff dieser Krieg in sehr kurzer Zeit unerbitterlich in das Leben jeder Familie in Stadt und Land ein, so auch in Palmbach.

Insgesamt 19 der Palmbacher Kriegsteilnehmer kehrten nicht aus dem 1. Weltkrieg zurück. - Die Liste der Gefallenen enthält auffallend viele Waldensernamen:
1914 fielen: Friedrich Tron, Wilhelm Granget und Julius Guigas
1915 fielen: Julius Raviol, Emil Jourdan und Heinrich Soulier
1916 fielen: Eugen Kräutler und Erwin Kräutler
1917 fielen: Heinrich Granget, Theodor Specht, Gustav Berger, Gustav Ludwig und Heinrich Tron
1918 fielen: Reinhold Jourdan, Karl Ludwig, Adolf Tron, Friedrich Baral, Wilhelm Ludwig und Emil Tron.

Das Kriegerdenkmal, das 1925 aus freiwilligen Spenden auf dem Platz vor dem Pfarrhaus errichtet wurde, und die Eintragungen in den Kirchenbüchern sprechen davon eine ernste Sprache.

Der zweite Weltkrieg

So schnell die kurzen Friedensjahre des ,,Dritten Reiches" in wachsender Vorahnung eines neuen Krieges dahineilten, so schnell kam durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges die bittere Ernüchterung über den stolzen Aufschwung des Reiches.

Hitlers Blitzstrategie, die Polen in 3, Frankreich in 6 Wochen niederwarf und zur Besetzung Dänemarks und Norwegens und der Balkanländer führte, erweckte nur trügerische Hoffnungen. Mit dem Rußlandfeldzug und dem Untergang der 6. Armee bei Stalingrad begann der Glaube an den Sieg dahinzuschmelzen. Die Zahl der Gefallenen wuchs von Jahr zu Jahr, und auch viele Familien in Palmbach traf der Verlust von zwei und mehr Angehörigen furchtbar.

Die Rückzüge begannen, und der Luftterror erschütterte die Heimat. Mit den Luftangriffen auf Karlsruhe traf es 1944 das erste Mal auch unmittelbar Palmbach. Als am 4. Dezember 1944 um die 7. Abendstunde wie so oft die Sirenen aufheulten, ahnte niemand, dass sich an diesem Abend das Schicksal der Zerstörung Karlsruhes aus der Luft vollenden sollte. Und als die hellaufleuchtenden ,,Tannenbäume" über der Stadt einen Großangriff ankündigten, ahnte auch niemand in Palmbach, dass auch hier wenige Minuten danach mehrere Bomben - Reihenwürfe Zerstörung und Tod bringen würden.

Während die meisten Einwohner des Dorfes in den Luftschutzkellern saßen, erzitterte die Erde des Dorfes plötzlich von auftreffenden und detonierenden Bomben. Eine dieser Bomben durchschlug die abgestützte Kellerdecke im Hause des Kirchenrechners Gottlieb Reister, und ein herabstürzender Balken traf den ahnungslosen Mann, der hier mit seiner Frau und Nachbarn Schutz gesucht hatte, tödlich. Ein weiterer Bomben-Reihenwurf endete im Pfarrgarten und zerstörte zum Glück nur den Chor der Kirche.

Die Westfront rückt immer näher, und Karlsruhe wird zur Verteidigung hergerichtet. Auch Palmbach bleibt nicht von den letzten Kriegswirren und bitteren Rückzugsgefechten des längst verlorenen Krieges verschont. - Kurz nach Ostern, am 4. April 1945, wird Karlsruhe von den Franzosen, von denen ein Teil bereits den Raum von Bruchsal erreicht hat und in den Kraichgau vordringt, erobert und überrannt. Einige Einheiten deutscher Soldaten versuchen, sich da und dort auf den Höhen südlich Karlsruhe noch zu verteidigen und den nachdrängenden Feind aufzuhalten. So auch im Raume Palmbach. 9 Soldaten fallen am 7. April 1945 in den Kämpfen um Palmbach. Und im Protokollbuch der Palmbacher Feuerwehr finden wir über den Abschluss dieser erschütternden Tragödie den Eintrag:

,,Beim Einmarsch der französischen Truppen am 7. April 1945 gerieten 3 Wohnhäuser, 3 Scheunen und 1 Schuppen durch Feindeinwirkung in Brand.     Die Brandherde wurden durch die Feuerwehr gelöscht".

Wieviel Kummer, Leid und Jammer steht hinter dieser nüchternen Bestandsaufnahme, und von wieviel Jammer zeugt der Tod der 9 - für uns Palmbacher - unbekannten Soldaten, die auf dem Palmbacher Friedhof ruhen.
So ging der Krieg über Palmbach hinweg, der noch endlose Nachwehen und viel späteren Kummer in die Häuser der Palmbacher brachte, wenn wir nur an die Vermißtenschicksale denken und die Zahl derer, die gerade in den letzten Kriegsmonaten fielen. 39 Palmbacher Soldaten forderte der 2. Weltkrieg das höchste Opfer ab, das ein Mensch für das Leben seines Volkes bringen kann, und nur ein schwacher Trost im Trostlosen mag es sein, dass die meisten der Gefallenen nicht ahnten, wie sinnlos und vergeblich ihr Opfer war.

Wir aber wollen daraus lernen, wenn wir vor den Gefallenentafeln auf unserem Friedhof stehen und ihre Namen nachdenklich lesen:

1941 fielen: Ernst Brecht, Ehrenfried Reister, Karl Tron
1942 fielen: Otto Faas, Wilhelm Kräutler, Karl Maier, Ludwig Raviol, Kurt Tron
1943 fielen: Oswald Baral, Wilhelm Jourdan, Gustav Jourdan, Walter Kräutler, Heinz Löffler, Ludwig Münch, Wilhelm Paar
1944 fielen: Fritz Fröhlich, Hermann Fröhlich, Karl Kunzmann, Hans Lambing, Richard Löffler, Adolf Maier, Gottlieb Reister, Wilhelm Roll, Walter Werner
1945 fielen: Ewald Baral, Kurt Faas, Otto Grässer, Rupert Herbst, Erwin Jourdan, Hans Kräutler, Karl Kronenwett, Ludwig Kronenwett, Wilhelm Löffler, Rudi Löffler, Oskar Pfeiffer und Helmut Piston.

Als vermisst wurden gemeldet:
Franz Kempinger, Gustav Löffler, Richard Kraft, Willi Reister, Fritz Tron, Walter Tron.

Wir gedenken dieser Opfer und aller Toten 
der Kriege in Achtung und Ehrfurcht.

Das Kriegerdenkmal wurde zusammen mit der "Heinrich-Vierordt-Dichterbank" im Jahre 1961 vom Platz vor dem Pfarrhaus zum Friedhof versetzt.

(Auszüge aus dem Wettersbacher Heimatbuch zum Stadtteil Palmbach)

 

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